"Sexuelles Glück für alle!"
Teilhabe und sexuelle Selbstbestimmung für Menschen mit Handicap
Das Institut für Sexualpädagogik veranstaltet in diesem Jahr sein zweites Fachforum “Sexualität und Behinderung”. Eingeladen sind alle Fachkräfte der Behindertenhilfe, die sich für die Stabilisierung, Entwicklung und Förderung von sexueller Selbstbestimmung und hilfreicher Sexualbegleitung interessieren.
Nachdem die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland seit März 2009 gesetzliche und damit verpflichtende Grundlage gesellschaftlichen Handelns darstellt, ist nun zu prüfen, welche Konsequenzen sich für gleichberechtigte Teilhabe und sexuelle Selbstbestimmung ergeben. Zwar heißt es in der Konvention, dass alle Menschen die gleiche Würde haben, jedoch wird das Menschenrecht auf Sexualität nicht erwähnt. Ist die Konvention dennoch ein Dokument, das für sexuelles Leben von Menschen mit Behinderung Fortschritt, Vorteil und Chance ist oder sein kann?
Und auch jenseits der Einschätzung von Wert und Alltagsbedeutsamkeit der Konvention steht die Frage: Wie geht es voran mit der sexualitätsbezogenen Gleichberechtigung von Menschen mit Handicap innerhalb und außerhalb der Einrichtungen der Behindertenhilfe 2012 ff.?
Dr. Jens Clausen, Professor für Heilpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Bochum (Schwerpunkt Begleitung von Menschen mit Behinderung im Erwachsenenalter), wird einen Vortrag zu folgendem Thema halten: “Die Behindertenrechtskonvention umsetzen, sexuelle Menschenrechte verwirklichen!” Er wird sich der Frage widmen, warum Sexualität in der Konvention eigentlich nicht erwähnt wird und was gesellschaftlich zur Verbesserung des sexuellen Lebens von Menschen mit Behinderung in der nächsten Zeit zu tun ist – mit oder ohne Konvention.
Das Fachforum wird in bewährter Weise Gelegenheit geben, sich zum Alltag der professionellen Sexualitätsbegleitung in den Einrichtungen der Behindertenhilfe auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.
Am zweiten Tag des Forums wird in Workshops Zukunftsträchtiges für eine innovative Sexualitätsbegleitung entwickelt werden können. Zur Einleitung dieses Tagungsteils wird eine Referentin aus der Selbstvertretungsperspektive Anregungen und Hinweise einbringen – entsprechend der Konventionsmaßgabe “Nicht über uns ohne uns”.
Über das genaue Programm der Tagung informieren wir an dieser Stelle bis Ende September.
Das Fachforum wird unterstützt durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
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