Zertifikatslehrgang Sexualpädagogik

Ein Angebot von Schloss Hofen (Vorarlberg) in Kooperation mit dem Qualifizierungsverbund Soziales & Gesundheit.

Kursleitung: Institut für Sexualpädagogik Dortmund.

Ausbildungsziel
Die Absolvent_innen des Lehrgangs erwerben die notwendigen Grundlagen und methodischen Kompetenzen, sexualpädagogische und –beraterische Angebote für verschiedene Zielgruppen in unterschiedlichen Settings auf dem aktuellen fachlichen Niveau zu entwickeln und durchzuführen.

Beim erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, das den Richtlinien und Standards des Instituts für Sexualpädagogik Dortmund entspricht. Die Absolvent_innen erfüllen damit die Anforderung der Gesellschaft für Sexualpädagogik Deutschland (gsp) an Theorie-Unterrichtsstunden und Praxisreflexion, um das Qualitätssiegel der gsp beantragen zu können.

Zielgruppe
Das Weiterbildungsangebot richtet sich an Fachpersonen aus Österreich (Vorarlberg, Tirol, Salzburg), Liechtenstein, der Schweiz (insbesondere Ostschweiz) und Süddeutschland, die sich für einen professionellen Umgang mit dem Themenbereich Sexualität in ihrer Arbeit qualifizieren wollen:

  • Fachkräfte, die in ihrer pädagogischen oder beraterischen Arbeit mit Fragen der Sexualität von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Menschen mit Behinderung konfrontiert sind, d.h. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiter_innen, Mitarbeiter_innen im Gesundheitswesen, Lehrer_innen, Psychologinnen und Psychologen.
  • Fachkräfte, die als Multiplikator_innen tätig sind (Ausbildner_innen, Erwachsenenbildner_innen etc.)

Themen des Zertifikatslehrgangs

Einstieg/ Kennenlernen der Weiterbildungsgruppe/ Praxisreflexion
Kennenlernen der Teilnehmenden und Dozenten sowie des Gesamtkonzeptes der Weiterbildung – Sexualitätsbegriff und Leitpunkte sexualpädagogischen Handelns – Reflexion der eigenen sexualpädagogischen Praxis im Arbeitsfeld – Vorstellung und Diskussion sexualpädagogischer Medien – Bildung der Praxisgruppen

Aspekte der Sexualwissenschaft/ Sexuelle Biographie
Information über zentrale Aspekte, Positionen und Strömungen in Sexualpädagogik und Sexualwissenschaft – Vorträge und Diskussion über wesentliche Elemente sexueller Entwicklung im Kindes- und Jugendalter bei Mädchen und Jungen – Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Pädagogik und Sexualität – Klärung der eigenen Theoriebildung – Reflexion der eigenen Sozialisations- und Bildungsprozesse, eigener Wert- und Moralvorstellungen im Hinblick auf Sexualität und deren Einfluss auf das sexualpädagogische Arbeiten

Körper- und Sexualaufklärung – Recht I
Methoden der Sexualaufklärung für Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung– Sexuelle und körperliche Entwicklung in den verschiedenen Lebensphasen – Sexuelle Reaktionen – Update Verhütungsmittel – Teenagerschwangerschaften – Sexuell übertragbare Krankheiten – Sexuelle Störungen – Informationen zu juristischen Fragestellungen und deren Bedeutung für die sexualpädagogische und sexualberaterische Praxis

Sexualitätsbezogene professionelle Kommunikation und Interaktion
Grundlagen von Kommunikation – Training zum Sprechen über Sexualität – Formen der Beratung in der Sexualpädagogik – Gruppendynamische Aspekte beim Arbeiten am Thema Sexualität – Klärung des eigenen pädagogischen Stils

Sexuelle Identitäten und Orientierungen
Geschlechterverhältnisse, gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Diskurs -Reflexion der eigenen sexuellen Identität sowie der Nähe bzw. Ferne zum eigenen und zum anderen Geschlecht – Gender und Diversity in der sexualpädagogischen Praxis

Sexuelle und sexualisierte Gewalt
Beschäftigung mit sexualpädagogisch bedeutsamen Aspekten des Bereichs „Sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen“ – Möglichkeiten der Intervention und Prävention – Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Diskurs um den „Sexuellen Missbrauch“ und seiner Auswirkungen auf sexualpädagogisches Handeln – Rechts-Informationen.

Sexuelle Werte, Normen, Orientierungen, Moral/ Die anderen Gesichter der Sexualität/ Sinne und Sinnlichkeit – Recht II
Wahrnehmung eigener und fremder Moralvorstellungen – Diskussion zentraler Wertekonflikte im Bereich von Sexualität und Partnerschaft – Auseinandersetzung mit Normen/Wertefragen im Rahmen interkultureller Sexualpädagogik – Auseinandersetzung mit den „anderen Gesichtern der Sexualität“ am Beispiel von Pornografie – Erprobung und Reflexion von kreativen, lustbetonten Erfahrungsmöglichkeiten in sexualpädagogischen Settings – Rechtsfragen

Präsentation des Praxisprojektes / Kolloquium/ Abschluss des Lehrgangs
Präsentation der Projekte – Prüfung und Reflexion der erworbenen Erkenntnisse im Kolloquium – Feedback und Gesamtreflexion der Weiterbildung – Sexualpädagogische Perspektiven der Teilnehmenden – Übergabe Zertifikate – Abschied von der Gruppe

Fachliche Leitung
Reiner Wanielik

Wissenschaftliche Leitung
Univ. Prof. Dr. Uwe Sielert, Universität Kiel (D)

Nähere Informationen

Schloss Hofen
Wissenschaft & Weiterbildung
Hofer Straße 26 | 6911 Lochau, Austria
T +43 5574 4930
E-mail: soziales@schlosshofen.at

Schloss Hofen



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